Wir reisen gedanklich und metaphorisch – indem wir eine Ausstellung besuchen und kochen –, und physisch, in dem es uns an die Geburtsstätte des Marathons verschlägt: Hier sind unsere aktuellen Sehnsuchtsorte und Travel-Lieblinge.
Places
Eine Wellness Odyssee
Griechenland kann einem nie verleiden. Das Land mit den unzähligen Inseln hat diesen Sommer dank „The Odyssey“ bestimmt noch ein paar mehr Anhängerinnen gewonnen. Schließlich war Odysseus jahrzehntelang unterwegs und hat auf jeder Insel Neues erlebt. Wobei, in Schweine verwandelt und von Sirenen via Gesang gequält zu werden, das ist zum Glück nur Teil der Mythologie. Im echten Leben ist Griechenland ein Traum, und zwar auch auf dem Festland. Im One&Only Aesthesis bei Athen steht Luxus auf dem Programm – mit Suiten mit eigenem Pool, Massagen, Cryosauna und allem, was das Wellness-Herz begehrt. Oder Sport, für alle, die nicht stillsitzen wollen. Denn das Resort liegt genau dort, wo die Marathonlegende lebendig wurde: An der Athener Riviera, nur einen Steinwurf von der Originalstrecke entfernt. Man kann sich also auch an 42 Kilometer durch karge Landschaft, vorbei am Hymettos-Gebirge, hinein ins Panathinaiko-Stadion wagen und sich danach im Guerlain Spa im Aesthesis so richtig erholen.
One&Only Aesthesis, Leoforos Poseidonos 110, 166 74 Glyfada, Athen, Griechenland, oneandonlyresorts.com/aesthesis

© One&Only
Exhibition
Zeitreise
Die bittere Wahrheit ist: Man kann nicht überall hin reisen. Aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht, aber auch, weil es unseres Wissens nach noch keine Zeitmaschine gibt. Aber es gibt die Fotografie. Das Photo Elysée in Lausanne ehrt die Schriftstellerin, Fotografin und große Reisende Ella Maillart mit einer Ausstellung, die ihren Reisen durch Zentralasien in den 1930er-Jahren gewidmet ist. Die Geschichtslektion ist in diesen Fotografien inbegriffen. Ella Maillart dokumentierte historische Ereignisse wie die Einführung des Stalinismus in Zentralasien oder die territorialen und kulturellen Spannungen nach dem Untergang des chinesischen Kaiserreichs. Reisen macht schlau und öffnet den Horizont. Reisefotos anderer Menschen anzuschauen ebenfalls.
Ella Maillart. Fotografische Erzählungen, bis 1. November 2026, Photo Elysée Lausanne, elysee.ch



© Photo Elysée
Book
Den (Reise-)Hunger stillen
Wir sagen’s wie’s ist: Etwas vom Schönsten am Reisen ist das Essen. Sich eine Woche durch Köstlichkeiten schlemmen, die man zuvor noch nie probiert hat? Ein Traum für alle Genießerinnen. Und der schnellste Weg, eine Kultur besser zu verstehen. Das geht sogar von Zuhause aus, indem man statt zum hundertsten Mal dieselbe Pasta zu kochen ein Kochbuch aufschlägt, das sich einer in unseren Breitengraden etwas weniger bekannten Küche widmet: Pakistan. Das Kochbuch von Maryam Jillani beispielsweise. Auf 287 Seiten geht es auf eine genussvolle Reise durch die Regionen von Jillanis Heimat: Vom malerischen Hunza-Tal nach Punjab, dem Land der Flüsse, bis an die Küste des Arabischen Meers nach Karatschi. Gegessen werden Mantu (Hähnchen-Teigtaschen), Tamatar Kat (Tomaten-Chutney) oder Be Sabzi (Lotuswurzel mit Tomaten). „Dieses Buch handelt nicht nur von den schönen pakistanischen Speisen, sondern auch von seinen Menschen, die Tag für Tag Herzlichkeit, Großzügigkeit und Einfallsreichtum verkörpern, weil sie keine andere Art zu leben kennen“, sagt die Autorin.
Maryam Jillani, „Pakistan. Das Kochbuch“, Ars Vivendi, 287 Seiten, ca. 38.–, arsvivendi.com


© Ars Vivendi
We Love
Peak Design
Neu plus alt gleich harmonisch. Diese Formel gilt nicht in der Mathematik, sondern im Design. Das Hotel Bella Vista in Südtirol ist seit 1875 familiengeführt – heute in fünfter Generation. Den holzig-modernen Anbau von Architekt Matteo Thun gibt es erst seit ein paar Monaten. Zusammen ergänzen sie sich perfekt. Mit dem Anbau, der an ein Nest erinnert, sind neue Rückzugsorte entstanden: 24 Suiten mit Blick auf den Stelvio Nationalpark, ein Infinity-Pool, der sich zur Trafoi-Schlucht hin öffnet und vier neue Saunen (Infrarotsauna, Biosauna, Türkisches Bad und Familiensauna). „Jeder Raum ist als Öffnung zur Natur konzipiert, sodass die Landschaft immer im Mittelpunkt steht“, erklärt Matteo Thun. Wenn man in einer Suite sitzt und aus dem Fenster starrt, dann weiß man, was er damit meint. Die spektakuläre Gebirgslandschaft ist spannender als alles, was auf dem kleinen oder großen Screen flimmert.
Hotel Bella Vista, Trafoi 11, 39029 Trafoi, Südtirol, Italien, bella-vista.it

© Hotel Bella Vista
Festival
Grenzenlos
Am Lago di Como kann man die Seele baumeln lassen oder sich neun Tage lang kopfüber in die Kultur statt ins Wasser stürzen. Das Lake Como Design Festival geht im September in die achte Runde. Das Thema dieser Ausgabe lautet „Confine», was „Grenze“ heißt. Ausgegrenzt wird aber niemand. Vielmehr geht es darum, anhand von Installationen, Ausstellungen und Vorträgen das Konzept der Grenze zu erkunden. Im Idealfall wird einem dabei klar, dass Grenzen eben oft ausschließlich in unseren Köpfen existieren. Das Festival selbst hat übrigens seine Grenzen auch geweitet: Das erste Mal findet ein Teil der Ausstellungen in Lecco statt. Lake Como Design Festival, 12.–20. September 2026, lakecomodesignfestival.com

© Lake Como Design Festival






