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Interview mit Künstlerin Julia Franziska Wagner-Keser

by Lisa Hollogschwandtner
22.12.2025
in CULTURE
Interview mit Künstlerin Julia Franziska Wagner-Keser

Julia Franziska Wagner-Keser, Gründerin des Studio JFK, steht für eine Kunst, die Gefühl, Materialität und Haltung miteinander verbindet. Die Salzburgerin glaubt an Kunst als Gegenkraft – gegen Stillstand, gegen Angst, gegen Enge. Ihre Arbeiten erzählen von Wandel, von Mut, von der Freiheit, sich immer wieder neu zu definieren. Was mit Textildesign begann, wurde zu einer multidisziplinären Praxis, die den Anspruch erhebt, Räume zu öffnen: für Austausch, für Energie, für Menschlichkeit. Ein Gespräch über das Leben als Prozess – und die Kunst, darin ganz bei sich zu bleiben.

FACES: Julia, wer bist du?
Julia Franziska Wagner-Keser: Die Antwort wäre vor einigen Jahren noch eine andere gewesen. Heute würde ich sagen: Ich bin Julia und ich bin Künstlerin.

F: Was hat sich verändert?
JFK: Wenn wir zweieinhalb Jahre zurückgehen, war ich noch im Modevertrieb tätig – insgesamt elf Jahre lang. Ich komme ursprünglich aus dem Textildesign, war im Visual Merchandising, später im Agenturgeschäft. Nebenberuflich habe ich aber immer künstlerisch gearbeitet und eigene Projekte umgesetzt. Dennoch habe ich mich lange nicht getraut, mich selbst als Künstlerin zu bezeichnen, geschweige denn, es laut auszusprechen. Der Begriff war für mich sehr stark aufgeladen. Es fühlte sich an, als müsste ich es mir erst verdienen, Künstlerin zu sein. Heute weiß ich: Man wächst da hinein.

F: Wie konntest du deinen Zugang verändern?
JFK: Ich habe aufgehört, den KünstlerInnen-Begriff zu idealisieren. Um ehrlich zu sein, hat mich die Frage, wann ich „bereit genug“ bin, über Jahre begleitet, bis ich verstanden habe, dass die Antwort darauf nur aus mir selbst kommen kann. Erst als ich damit begonnen habe, ausschließlich als Künstlerin zu arbeiten, fiel der Druck ab. Dann kam die Erkenntnis: Künstlerin zu sein ist nichts, das man erreicht. Es ist etwas, das man lebt.

F: Wenn der eigene Beruf gleichsam Berufung ist, wie lassen sich dann Kommerz und Kreativität verbinden?
JFK: Ich wehre mich gegen das Klischee des „mittellosen Künstlers“ – diesen Gedanken, dass Kunst Leidenschaft, aber kein Beruf sein darf. Für mich sind kommerzieller Anspruch und Kreativität nicht widersprüchlich. Wenn man von seiner Leidenschaft leben möchte, muss man sie auch verkaufen – Punkt. Das schmälert ihren Wert nicht, vielmehr bestätigt es ihn. Dabei ist meine Arbeit sehr vielschichtig und spielt sich auf unterschiedlichen Ebenen ab: Es gibt kommerzielle Projekte, die Umsatz bringen, und es gibt Projekte, die Sichtbarkeit und Reputation schaffen. Beides bedingt einander.

„Kunst kann sensibilisieren, ohne zu belehren.“ 

F: Was würde sich verändern, wenn Kunst für mehr Menschen zugänglich wäre?
JFK: Sehr viel. Kunst kann sensibilisieren, ohne zu belehren. Sie kann Themen sichtbar machen, für die sich sonst nur schwer die richtigen Worte finden lassen. Das ist wahrscheinlich ihre größte Stärke: Kunst schafft es, zum Nachdenken anzuregen, uns offener und freier zu machen. Sie kann helfen, starre Denkmuster und Schubladendenken aufzubrechen. Und sie ist in der Lage, Hoffnung, Inspiration und Mut zu schenken. Für mich ist sie kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.

F: Wenn wir über Zugänglichkeit sprechen, dann darf eines deiner bisher größten Projekte nicht unerwähnt bleiben: Der White Wall Collectors Club, eine multidisziplinäre Ausstellung in Salzburg. Wie ist die Idee dazu entstanden?
JFK: Mein Mann Marco, meine Schwester Kristina, unser Freund Wolfram und ich haben diesen Verein gegründet, um Kunst sichtbarer zu machen. Wir wollten einen Leerstand in Salzburg in eine frei zugängliche, multidisziplinäre Galerie verwandeln, die wirklich jede und jeden willkommen heißt. Wir haben überall selbst Hand angelegt, bei der Renovierung, der Organisation, beim Kuratieren, das meine Aufgabe war. Am Eröffnungsabend kamen über 600 Menschen. Das hat uns gezeigt, wie groß der Wunsch nach einem unprätentiösen Zugang zu Kunst ist.

F: Was waren deine größten Learnings aus diesem Projekt?
JFK: Das war bestimmt die Realisation, dass alles möglich ist, wenn man es aus echter Überzeugung macht. Wir hatten kein riesiges Budget, aber wir hatten Energie, Ideen und Zusammenhalt. Auch persönlich habe ich viel über mich gelernt: Ich kann mehr, als ich mir selbst zutraue. Und ich darf für mich einstehen, mich und meine Arbeit zeigen. Früher dachte ich: Ich bin nicht meine Kunst. Ich bin die Künstlerin – und meine Arbeit steht für sich. Heute sehe ich das anders: Meine Kunst existiert nicht ohne mich, und ich nicht ohne sie. Deshalb ist es meiner Meinung nach auch wichtig, sich als kunstschaffende Person nicht hinter den eigenen Werken zu „verstecken“: Menschen müssen verstehen, wer ich bin, um meine Arbeit wirklich greifen zu können.

 Etwas Bedrohliches umdeuten: Diese Idee steckt hinter Julia Franziska Wagner-Kesers „Granada Project“.
Wichtige Botschaft aus Bronze, Silber und Gold: Gemeinsam mit Goldschmied und Juwelier Anton Koppenwallner entstanden Mini-„Granadas“ als Ketten.

„Ich kann mehr, als ich mir selbst zutraue.“

F: Apropos greifbar: Was ist es, das in deiner Kunst steckt?
JFK: Im Kern geht es um Lebensfreude, um positive Energie. Ich bin überzeugt, dass Kunst in der Lage ist, ein Gegengewicht zu den vielen schweren Dinge, die gerade auf der Welt passieren, zu schaffen. Sie kann Räume mit Seele füllen, Menschen inspirieren, Mut schenken. Ich will mit meiner Arbeit zeigen, dass Kunst nicht immer bedeutungsschwer oder elitär sein muss. Sie darf auch einfach gut tun.

F: Das bringt uns zu einem deiner zentralen Projekte – dem „Granada Project“. Kannst du mehr darüber erzählen?
JFK: Diese Serie begleitet mich seit vielen Jahren. Die Idee entstand, als ich begann, harte, negativ behaftete Symbole – wie Handgranaten – mit feinen Mustern zu füllen. Ich wollte etwas Bedrohliches umdeuten, entwaffnen – im wahrsten Sinn des Wortes. Für mich steht die Granate symbolisch für Eigenverantwortung. Wir alle tragen Energie in uns – positive wie negative – und wir entscheiden jeden Tag neu, was wir damit tun. Daraus ist eine ganze Serie entstanden: Zeichnungen, Malereien, später Epoxidharz-Arbeiten. Jede „Granada“ wird von mir gegossen, geschliffen, poliert. Sie ist Talisman und Mahnung zugleich. Unter ihrer Plexiglaskuppel erinnert sie daran, die eigene Energie bewusst zu lenken. Ich bin ein impulsiver Mensch, und vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Werk so persönlich für mich ist. Es geht um die tägliche Entscheidung, nicht alles herauszulassen, sondern manchmal einfach die Hand vom Abzug zu nehmen. Das Projekt hat sich über die Jahre weiterentwickelt – zuletzt in Form einer großen, über einen Meter hohen „Granada“, die ich gemeinsam mit Besucher:innen meiner Ausstellungen mit weißen Nelken gefüllt habe. Ein kollektives Friedenssymbol. Seit letztem Jahr gibt es meine „Granadas“ nun auch als Mini-Version in Bronze, Silber und Gold vom Salzburger Goldschmied und Juwelier Anton Koppenwallner. Jeder Anhänger ist ein handgefertigtes Unikat, hergestellt in Salzburg.

F: Allein die Vielschichtigkeit dieser einen Serie zeigt, dass du dich nicht in eine Schublade stecken lässt…
JFK: Oh ja – und das wurde mir oft als Schwäche ausgelegt. „Fokussiere dich auf eine Richtung, das ist leichter zu vermarkten“, hieß es dann. Aber das bin nicht ich. Ich arbeite multidisziplinär – in Serien, mit Skulpturen, Malerei und Collagen. Neben dem „Granada Project“ sind meine „Shades of White“ essenziell, Schichtarbeiten auf Leinwand, aber auch meine Artquotes, die ich als Originale aber auch als handsignierte Kunstdrucke verkaufe, kleine „Ready-to-Wear“-Kunstwerke, die erneut auf die angesprochene Zugänglichkeit von Kunst einzahlen sollen. Genau dieser Abwechslungsreichtum meiner Arbeit macht sie für mich so erfüllend und ich wäre unglücklich, wenn ich mich auf ein Medium beschränken müsste. Heute sehe ich meine Vielseitigkeit nicht als Schwäche, sondern als Stärke. Vielleicht ist das meine Superpower.

„Mein größtes Vorbild ist mein Zukunfts-Ich.“

F: Drei kurze Fragen zum Abschluss für dich. Nummer eins, was ist der beste Rat, den du jemals bekommen hast?
JFK: Weniger ein Rat als eine Erkenntnis: Sei authentisch. Bleib bei dir. Es ist egal, wer dich mag oder nicht – du musst mit dir selbst leben. Mein größtes Vorbild ist mein Zukunfts-Ich.

F: Welches Kunstwerk in deinem Zuhause bedeutet dir im Moment am meisten?
JFK: Es ist unmöglich, mich für ein Werk zu entscheiden. Besonders emotional ist aber jedenfalls eine Collage, die ich 2013 zum Valentinstag für meinen Mann gemacht habe. Außerdem bereitet mir mein Glasobst von Devyn Ormsby große Freude. Es steckt voller positiver Energie, die mich täglich inspiriert.

F: Und abschließend: Du hast vorhin schon deine Artquotes angesprochen. Wenn ich dich jetzt also spontan bitte, einen Satz auf ein Blatt Papier zu schreiben, welcher wäre das?
JFK: (schreibt) „Love is the only super power we have.“ Mein Motto, für immer.

JULIA FRANZISKA WAGNER KESER

Julia Franziska Wagner-Keser ist eine multidisziplinäre Künstlerin und Gründerin des Studio JFK in Salzburg. Der Glaube an die positive Wirkung von Kunst auf alle Menschen bildet die Basis ihres künstlerischen Schaffens, das sich von abstrakter Malerei über Pattern-Design bis hin zu Bildhauerei und der Umsetzung interaktiver Kunstprojekte erstreckt.
studio-jfk.com

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Fotos: © Carina Brunelli

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Tags: homepageJulia Franziska Wagner-KeserStudio JFK
Lisa Hollogschwandtner

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