Princess Coldstare: Leigh Lezark

Leigh Lezark

Leigh Lezark ist so dunkel wie ihre liebste Tageszeit. Das Aushängeschild des DJ-Trios „The Misshapes“ ist das schönste Gegengewicht zu den New York Park Avenue Prinzessinnen.

Es gibt Leute ,die kann man sich irgendwie nicht sprechend vorstellen, weil jedes Wort von ihrer irritierend-emotionslosen, leicht unterkühlten Anmut ablenken  würde. Leigh Lezark ist so eine. Wir sind uns ziemlich sicher, würden wir ihr begegnen, würden wir uns nach geschätzten 20 Minuten unanständigen Starrens halb gelähmt auf dem Fussboden wiederfinden und uns fragen, was da gerade für ein Raum-Zeit-Kontinuum über uns zusammengebrochen ist. Wenn das so wäre, dann würden wir irgendwann wieder aufstehen und realisieren, dass sie entweder in der Front Row einer Chanel-Slash-Louis Vuitton- Slash-sonstigen-don’t-even-thinkabout- getting-an-invitation Fashion Show neben uns sitzt, oder wir wären in einem dunkeln, sehr angesagten Underground Club und würden mit den paar Künstlern und Fashion People, die es am Türsteher vorbei geschafft haben, zum Sound des DJ Trios „The Misshapes“ tanzen. 2003 zusammen mit Geordon Nicol und Greg Krelenstein auf einer Silvesterparty in Manhattan gegründet, eroberten die drei schneller die Partywelt, als man „God is a DJ“ sagen kann. Lassen Sie es sich gesagt sein: Gott ist keiner, Leigh Lezark schon. Sie sieht aus wie Schneewittchen, bewegt sich aber dennoch selbstverständlich in den tiefschwarzen Kellern der Elektroclubs. Grace Kelly für Club Kids, die Antithese zu sämtlichen Upperclass Girls, man nennt sie auch „Princess Coldstare“ –  nicht weil sie so eiskalt, sondern weil sie so schüchtern ist. Wahrscheinlich fühlt sie sich deshalb auch am wohlsten, wenn sich die Welt in einen schwarzen Mantel hüllt. Ihre Heimatstadt New York und sie haben nämlich eins gemeinsam: sie schlafen nachts nicht. Princess Coldestare raucht, trinkt und färbt sich die von Natur aus blonden Haare zu Hause selber schwarz, weil sie es ziemlich daneben findet, 300 Dollar im Salon dafür zu zahlen, obwohl Karl Lagerfeld persönlich ihr zwischendurch eine hübsche 3000-Dollar-Jacke schickt. Womit wir beim Thema Fashion wären. Die 27-Jährige sitzt in der ersten Reihe jeder Fashion Show – oft sind „The Misshapes“ übrigens für den passenden Sound verantwortlich – und garantiert auf der Gästeliste, wenn irgendwo so was wie die Harper’s Bazaar Privatparty steigt, sie hat Kampagnen für Hogan, Mango, DKNY oder Cavalli gemacht, In-Label „Surface to Air“ hat ihr einen Schuh, die New York Times ein Portrait gewidmet und als H&M kürzlich erstmals einen Store-In- Store bei Selfridge’s in der Londoner Oxford Street eröffnete, war Leigh die Kuratorin. Hätten wir sie nicht schon mit Sonnenbrille in Paris abgelichtet gesehen, würden wir unseren Hintern drauf verwetten, dass sie bei Tageslicht zu Asche wird.

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