Jena Malone - Smart Cookie
09.10.2009, von: Damiana Mariani
Miley Cyrus, Vanessa Hudgens, Hayden Panettiere – Portraits über biografielose Starlets können Sie haben. Aber nicht hier. Wir packen die gerissenen Mädels raus, die Jena Malones.
Das ist sie also, Jena Malone. Süsse 24. Was will man dazu sagen? Was haben diese moosgrünen Knopfaugen schon gesehen? Den Vater, einmal. Er war so was wie ein Samenspender oder einfach ein Kerl, der eine Lesbe knallen wollte. Er war weg, da war Jena noch nicht mal da. Manchmal enden Beziehungen bevor sie beginnen. Als Gegengeschäft kriegte Jena vom lieben Gott zwei Mütter. Ihre leibliche, Debbie Malone, eine gescheiterte Schauspielerin, und deren Geliebte. Als den beiden die Luft ausging, war Jena neun. Um das Ganze abzuschliessen: den Malones hat es nie an irgendwas gefehlt, ausser an Geld. Damals in Nevada genauso wie in der Stadt der toten Engel. Das ist ein Pleonasmus, richtig. Aber Stadt der Engel trifft es nicht. Ohnehin weiss man das nicht so genau mit den Engeln. Jedenfalls ist das Leben im Asphaltdschungel ungemütlich, wenn man nichts Flüssiges zwischen den Fingern hat. Darum schickte Debbie ihre Kleine anschaffen. Das ist eine strenge Wortwahl für ein Kind, das nicht auf den Strich ging und vielmehr von Vorsprechen zu Vorsprechen humpelte, aber sie trifft die Situation. Die Kinderarbeit fing mit Jenas erster Leinwandrolle an – in „Bastard Out of Carolina“ – eine aufregende Zeit. Im Film geht es um Sex und Missbrauch. Jena war damals 12, das heisst, 10 als sie sich mit ihrer von Misshandlungen zerfetzten Filmfigur auseinandersetzte. Schwerer Stoff. Gut für die Karriere, weniger für den Seelenzustand, aber darum ging es nicht. Der Nachwuchsdarstellerin drückte ein viel schwereres Kreuz ins Mark. 1999 verklagte die damals 15-Jährige ihre Mutter wegen Missmanagements ihres Einkommens. Hart, ja. Aber nice guys finish last. Jena marschierte als freies Mädchen raus. Als freies, aus der elterlichen Gewalt entlassenes Mädchen. Und dieses Mädchen wusste haarscharf, was es vom Leben will: Erfolg mit Zuckerguss. Und der lag mit „The Dangerous Lives of Altar Boys“ auf dem Servierteller. Es wurden Stimmen laut, die Jena Malone als neue Jodie Foster bejubelten. Derlei Vergleiche taugen nichts. Wenn hingegen einer wie Sean Penn Komplimente in die Runde wirft, bedeutet das etwas. Penn engagierte Malone für „Into the Wild“, nachdem sie ihm ein Tape von sich geschickt hatte. Er fand es überzeugend. Wir ihre Darbietung im Übrigen auch. Alle, die wir bisher gesehen haben, das müsste man noch hinzufügen.


