Fuck Chuck: Ed Westwick

Ed WestwickEs gibt Jungstars, die spielen blutrünstige Vampire und sind trotzdem so sauber, wie ein rosa Babypo, und es gibt Jungstars, die spielen saubere Schnösel und werden den Dreck doch nie los. Ed Westwick ist der gnadenlose Bastard, den kein Vater auf der Geburtstagsparty seiner Tochter wissen will, aber alle Töchter…naja, Sie wissen schon.

Wenn einer einen Teen Choice Award gewinnt, ist das normalerweise ein Grund, ihn sofort von der Heldenliste zu streichen. Wenn einer 24 ist und in einer Teenie-Serie mitspielt, eigentlich auch. Aber man will ja nicht kleinlich sein, schliesslich ist auch aus Jeanswerbung-Posterboy Brad Pitt noch was geworden – auch wenn er sich dafür einen Bart wachsen lassen und mit einer eine Familie gründen musste, die sich Blut um den Hals hängt und die Geburtskoordinaten ihrer Kinder auf den Oberarm tätowiert. Mit Ed Westwick ist es ähnlich. Leider haben wir unseren treffendsten Satz bereits verschossen („Er ist zwar noch ein Baby – aber ein Baby, mit dem wir ein Baby machen wollen.“), aber glücklicherweise liefert uns Ed Westwick immer neue Gedankenüberbordungen, wenn er seine plattgedrückte, schlangenartigen Nasennüstern hochzieht und wir ganz genau wissen, dass sich hinter dem perfekt geschnittenen, britischen Massanzug der Teufel in Jungengestalt verbirgt. Jener Teufel, der Jungfrauen dazu bringt, ihm die Tür zu öffnen, ihre Seele zu verkaufen und es nicht zu bereuen, nicht jener, der Schande über die Welt bringt, natürlich. Edward Westwick, geboren in der englischen Grafschaft Hertfordshire, macht sich so gut mit Pochette in der Brusttasche wie die Königin von England mit Hut und Handschuhen. Der Unterschied ist bloss dieser dunkle Schatten auf der Seele. Es ist, wie mit schönen Frauen – sie müssen trotz aller Louboutins immer noch im Dreck wühlen können, und Ed Westwick hat diese britische Aristocracy, gemixt mit dem Rockstar-Drecksau- Blick. Deshalb kann er in „Gossip Girl“ auch perfekt den verwöhnten Chuck Bass mimen, der im Waldorf wohnt und zum 18. Geburtstag Models im Multipack in seine Suite bestellt, und in den Drehpausen trotzdem in der Indierock- Band „The Filthy Youth“ (Die dreckige Jugend) Songs wie „Boy Don’t Smoke“ in bester The Cure-Manier ins Mikro krächzen. „Wenn ich mich volllaufen lassen will und dann mit Flaschen um mich werfen möchte, dann mache ich das einfach.“, erklärte er einst in einem Interview – allerdings bloss um im selben Gespräch zu gestehen, dass er eigentlich lieber zu Hause in Unterhosen vor dem Fernseher sitze, statt durch die Clubs seiner Wahlheimat New York zu ziehen. Wir bevorzugen das erste Bild, wissen es aber zu schätzen, dass das  zweite realer ist. Es ist so eine Sache mit Schauspielern: Wollen Sie Johnny Depp am Morgen vor dem ersten Zähneputzen im Korridor begegnen oder wollen Sie mit ihm sturzbetrunken ums Feuer tanzen? Eben. Seit dem 19. Januar ist Ed Westwick übrigens in Clint Eastwoods neustem Regie-Streich „J. Edgar“ über den legendären FBI-Direktor J. Edgar Hoover zu sehen. Wenn Clint sein Talent anerkennt, können wir das auch. Nachdem wir uns den Schweiss von der Stirn gewischt haben.

Ed Westwick ist das Gesicht der neuen Kampagne des philippinischen Modelabels Penshoppe:

Fuck Chuck: Ed Westwick, 4.0 out of 5 based on 3 ratings

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