Let’s face it, Roger Schawinski

Roger Schawinski
Roger Schawinski ist ein Pitbull, um das Bild mit dem Hund zu zeichnen. Einmal zugebissen, lässt er so schnell nicht mehr los. Und er beisst gern, wenn er was zappeln sieht.

Nun wär’s nicht erforderlich, wäre der Zürcher bei der Heilsarmee. Aber Schawinski ist Journalist, er braucht nicht mit der Gutmütigkeit eines Seelsorgers in die Pantoffeln zu schlüpfen. Er ist der Pirat, der hohe Wellen reitet. Hat uns das erste Schweizer Privatradio gebracht, und den ersten nationalen Privatsender, von dem er irgendwann genug hatte, nach Deutschland verschwand und drei Jahre lang Sat.1 führte. Längst ist er zurück und macht, was er am besten kann: Rundfunk für Erwachsene.

Gesichterleser Pietro Sassi hat sich den Mann mit der grossen Klappe genauer angeschaut.

Roger Schawinski 2

1. Schawinski hat einen breiten Nasenrücken, heisst: Er ist belastbar – war er auch damals, als er vom Pizzo Groppera in Cernobbia sendete, und die Gesetzeshüter gegen die Türen hämmerten.

2. Um bei der Nase zu bleiben, die Spitze zeigt nach unten, was man bei Leuten sieht, die andere gut beeinflussen können. Nützlich ist’s.

3. Einer wie Roger Schawinski kann gut Entscheidungen treffen, wissen wir, und verraten uns auch hier die horizontalen Befehlsfalten.

4. Die Augenbrauen des 65-Jährigen sind buschig, was von Leidenschaft und Temperament zeugt. Im Radio-1-Studio kann es demzufolge schon mal laut werden.

5. Menschen mit durchgezogenen Stirnquerfalten haben ein gutes mentales Durchhaltevermögen, sie kommen schnell ans Ziel, denn Verschnaufpausen brauchen sie nicht.

6. Das Unterlippenfleisch ist im Verhältnis zur Oberlippe fleischig und überlappend, was nichts anderes bedeutet, als dass der Herr das Leben gerne auskostet. In Schawinskis Fall könnte man auch das Wort Schaffenswut in die Runde werfen.

7. Facts, no feelings. Menschen mit geringem Amorbogen brauchen Dinge mit Hand und Fuss, ihr Einfühlungsvermögen hält sich in Grenzen.

8. Schaut man sich den mittelgrossen Abstand zwischen Nasenspitze und Oberlippe an, weiss man: Schawinski lässt sich nicht auf der Nase rumtanzen, sagt auch gerne mal, wo’s lang geht. Ein Autokrat ist er dennoch nicht.

9. „Hab ich erfunden“, einer seiner liebsten Sprüche, und das nicht ganz unerlaubt. Ein Knick im Aussenohr zeugt von einem reichen, wenn bisweilen auch verrückten Ideenreichtum.

10. Zum Schluss nichts Neues: Die Kinnquerfalte, deutlich gezeichnet wie sie ist, lässt uns davon ausgehen, dass Schawinskis verbale Ausdruckskraft mehr als nur mittelprächtig ist.

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