Let’s face it, Bruce Willis

Bruce Willis
Was Bruce Willis ins Gesicht geschrieben steht, verrät uns Pietro Sassi.

Einer wie er serviert Jackie Chan mit verbundenen Händen und Füssen als Hackfleisch. Er ist besser als es ein Will Smith sein kann, oder ein Steven Seagal, Chuck Norris, und wie sie alle heissen, waren. Rambo mag kräftetechnisch in einer anderen Liga spielen, nicht mental, er ist kein Muskelpaket wie Silvester Stallone – Bruce Willis ist vielmehr der authentischste Held, den das Kino hervorgebracht hat. Ein Mann der Zeit, der mit Messer und Seil in den Wald zieht, und ein Haus baut, von Klippen und fahrenden Zügen springt. Ein Held, dem man alles zutraut, heute wie damals. Einer, mit dem man sich in einem Moment des Hochgefühls grosszügig gleichstellen kann, weil ihm die Haare ausfallen, wie anderen auch, weil seine Nase wie der Fels von Gibraltar aus dem Gesicht ragt, er ist kein Paul-Walker-Schönling, kein Ich-stemm-16-Stunden-am-Tag-Gewichte-esse-so-viel-wie-eine-Laufstegpuppe-und-bediene-mich-eines-ebensolchen-IQs. Pietro Sassi* hat dem Nice-Guy-Bad-Ass ins Gesicht geschaut.

Bruce Willis Close Up
1.
Eine so senkrechte Stirn wie sie Bruce Willis hat, steht für ein starkes soziales Verständnis. In Interviews kommt der 61-Jährige dann auch des Öfteren auf Hilfsbedürftige zu sprechen, setzt sich für Waisenkinder und politische Reformen ein. Warum er Bush gewählt hat? Auch ein Actionheld kann mal einen schwachen Tag haben.

2. Der Abstand von Augenbraue zum Auge ist bei Bruno, wie ihn Freunde nennen, in der Mitte am grössten, oft zu sehen bei Menschen, die kommunikativ sind, manch einer gar sprachbegabt.

3. Shut up and listen! Keine Ahnung, wie es damals im Hause Willis & Moore zuging, oder heute bei Willis & Heming (mit dem maltesischen Topmodel ist Mr. „Die Hard“ seit 2009 verheiratet), aber bei einem so enormen Dominanzanspruch (ablesbar an dem grossen Abstand zwischen Oberlippe und Nasenspitze) entscheidet einer und sonst keiner.

4. Immerhin: Ausgeprägt wie der Amorbogen ist, können wir von einem starken Einfühlungsvermögen ausgehen. Was bei Schauspielern durchaus hilfreich, und möglicherweise mit der Grund ist, weshalb Willis von Regisseuren in der Regel mehrfach engagiert wird.

5. Die Stirnquerfalten sind deutlich sichtbar, ein Indiz für technisches Verständnis. Siehe aber: Augenbrauenpolster ist keines vorhanden. Der einstige Barkeeper glänzt in der Umsetzung demnach nur halb so hell.

6. Klar, am Set wird viel getrickst, und in der Post-Production noch mehr, dennoch – der Authentizität wegen – Bruce Willis ist kein Brezelkönig, seine körperliche Konstitution lässt kaum zu wünschen übrig, wie wir anhand der hängenden Ohrläppchen sehen können. Gut möglich also, dass der Glatzkopf auch noch in einem vierten Teil von „Die Hard“, den jungen Kraftprotzen das Blei um die Ohren schiesst. Wir fänden Gefallen daran.

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