Enfant terrible: Lars von Trier

Lars von Trier

Lars von Trier ist ein Provokateur, seine Werke umstritten. „Melancholia“, das jüngste Projekt des dänischen Regisseurs, kommt diese Woche in unsere Kinos.

Radikal, so sind Lars von Triers Filme, und so gibt sich der Künstler selbst. 2009 schickt der Filmemacher sein Publikum mit „Antichrist“ auf einen Psycho-Trip, nicht wenige verlassen das Kino noch während der Vorstellung – was nicht weiter verwundert: Selbstverstümmelungen, ein totes Kind und zerschmetterte Hoden werden dem Zuschauer zugemutet. „Antichrist“ wird zum meistdiskutierten Streifen des Jahres, und über den Macher wird mitdiskutiert, was dieser geniesst – und nutzt. Der Däne gibt Geschichten über seine Kindheit bei antiautoritären Nudisten preis, zeigt sich als depressives Kuckuckskind und gottlosen Atheisten. In „Melancholia“ (2011) werden uns Blutexzesse erspart – die für von Trier so typische Tristesse aber bleibt: Mit misanthropischem Unterton zelebriert der Skandalregisseur den Weltuntergang. Das ist grosses Kino, nicht zuletzt auch Dank der hervorragenden Schauspielleistung Kirsten Dunsts, die in Cannes im Frühjahr dieses Jahres als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. An der Seite von Charlotte Gainsbourg und Kiefer Sutherland seucht sie im Film dahin – hoffnungslos, einsam. Ihrem jungen Leben wird ein rasches Ende gesetzt, als die Erde den herandonnernden Planeten Melancholia küsst, für die Protagonisten ist es ein Happy End.

Lars von Trier

Enfant terrible: Lars von Trier, 5.0 out of 5 based on 1 rating

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