
Sie hätte den Thron im R&B-Himmel eingenommen, Beyoncé & Co. eingesteckt. Doch dann kam Aaliyah etwas Böses dazwischen. Und die Soul-Pop-Rakete musste auf eine andere Wolke ziehen.
Eine Waffel mit Ahornsirup liegt angebissen auf dem Frisiertisch, Aaliyah mag Süsses, auch vor grossen Auftritten. Wieder vier Grammys, überhaupt ist die Sängerin erfolgsverwöhnt: Blockbuster, Beautykampagnen, ein eigenes Parfüm. Dazu Hunderttausende Girls, die sein wollen, wie sie. Reifer ist sie geworden, noch schöner – bis hier alles Fiktion, die Realität hatte nicht so viel Zeit: Der 25. August 2001, ein Knall, ein Feuerball, Farewell Prinzessin! 400 Kilogramm Übergewicht, normalsterbliche Passagiere blättern dafür Tausende Dollars hin, Aaliyah und neun weitere Insassen einer Cessna nicht. Die Maschine startet von den Bahamas, schmiert nach dem Start ab, diese Truppe bezahlt mit dem Leben. Aaliyah wird 22. Soeben hatte die Charts-Rakete noch den Video-Dreh zu „Rock The Boat“ abgeschlossen, friedliche fünfeinhalb Minuten am Strand, die sich in den Köpfen der Fans für immer festbrennen. Später kommt raus, der Pilot hatte Alkohol und Koks im Blut, Aaliyahs Familie verklagt das Plattenlabel und die Airline – verzweifelte Versuche, Antworten auf das Unfassbare zu finden. Mit ihrer butterweichen Pop-Soul-Stimme hatte sich die 1979 in Brooklyn geborene Aaliyah Dana Haughton nach Tanz-, Schauspiel- und Gesangsunterricht vom 15. Lebensjahr an in die Hitparaden katapultiert, allein mit drei Studioalben 30 Millionen Scheiben verkauft und siebenmal Platin abgeräumt. Das Zeug dazu, all die üblichen Plastik-Diven auszustechen, hätte Aaliyah gehabt. Eine Szene bei den MTV-Awards zeigt, die Hennen standen bereits in den Startlöchern: Knowles interviewt Aaliyah, verspanntes Lächeln, Pseudo-Freundlichkeiten, die Chefposen von Beyoncé sprechen Bände. Aaliyah wiederum sah sich selbst an der Spitze. In der CBS „Late Late Show“ auf ihren Namen angesprochen, sagt sie: „Wie Muhammed Aaaali, die Erhabene, die Beste!“ Und ihr „Star Search“-Flop? Mit 10 hatte sie Mama in die Talentshow gesteckt: „I should have won, I was hot“ –„With 10?“ – „But hottt“! Aaliyahs Tante, Gladys Knight, holt sie mit 11 auf die Bühne, ab 1994 nimmt sie sich R. Kelly an die Brust – und nicht nur dorthin. Aaliyahs Erfolgsdebüt „Age Ain’t Nothin’ But A Number“ produziert der Kinderverzehrer, und nimmt den Titel wörtlich: Heimlich ehelicht er die Kleine, die angibt, sie sei 18. Timbaland und Missy Elliott zementieren den Aufstieg mit „One In a Million“ (1996). Dann winkt Hollywood. Die Rolle von Alex in „Charlie’s Angels“ bekommt sie zwar nicht – zu jung! –, doch in „Romeo Must Die“ (2000) darf sie Jet Li bezirzen. In „Queen of the Damned“ mimt sie eine Königin, die zum Vampir mutiert – Vorahnungen? Noch während Aaliyah für „Matrix Reloaded“ vor der Kamera steht, in Szenen, die es nie ins Kino schaffen, hallt der Soundtrack zu ihrem Filmdebüt nach, und bleibt doch unerhört: „Come Back In One Piece“.








Eine superhübsche Frau… Schade, dass es so früh geendet hat..
Ihre Musik gibt’s na noch. Original. Oder tausendmal kopiert