Endlich, nach gefühlten 479 Tagen Suchmarathon haben wir eine wunderschöne neue Wohnung gefunden. Und da die Einrichtungsphilosophie rein partnerschaftstechnisch verursacht ein wenig amerikanisch geprägt sein wird, steht fest, in die (ziemlich spacige) Küche MUSS ein Fernseher – sorry, in diesem Punkt darf ich mich Ami nennen. Jetzt aber die Frage, welcher. Eine Rückblende in meine Kindheit: Unser erster Schwarz-Weiss-Fernseher hielt MINDESTENS zwanzig Jahre, weil mein Papa es so wollte. Als Teenie war mir das peinlich, wenn farbverwöhnte Freunde zu Besuch waren und sich beim Anblick der schnaufenden Flimmerkiste einen abkicherten. Heute verstehe ich meinen Vater. Fast alle Fernseher, die später, von den 80ern an bis heute, gebaut wurden, sahen – milde formuliert – scheisse aus! Flatscreen-Fernseher mit extra fat bodies, billigstes Plastik, das auf Metall macht und, die Krönung, Bildschirme als Gemäldeersatz (geht’s noch?). Weniger Geschmack geht nicht. Schön wiederum, dass sich die italienische TV-Kultmarke Brionvega nach Jahren selbstherrlichen Retro-Stillstands aufgerafft hat, einen zeitgemässen Apparat auf den Markt zu werfen. Den gibt’s nun zwar auch schon bald zwei Jahre, aber egal – das macht ihn nicht unaktueller. Das Gerät entspricht modernsten Standards und sieht trotzdem so geil aus, als feierten Bauhaus und Pop-Art eine Traumhochzeit. „Alpha“ verputzt unsere DVDs übrigens direkt, heisst andersherum: Unser alter Player landet gleich mit auf dem Müll. Brionvega „Alpha“, ca. CHF 2’960.–




